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Just another WordPress.com weblogMein zweites Vorstellungsgespräch
Anfang der Woche hatte ich mein zweites Vorstellungsgespräch. Auch dieses Mal in einem sehr kleinen, aber interessanten Studio. Die Chefin sagte mir gleich zu Beginn des Gespräches, dass Sie sich freuen würde, wenn ich in für Sie arbeiten könnte. Im weiteren sympathischen Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass das Studio nicht genau das macht, was ich mir als meine Arbeit vorstelle, aber die Abläufe in der Bearbeitung der Projekte, die mehr in den Bereich Layout, Design und Beschilderung, maximal Innenarchitektur oder Fassadenentwurf gehen, scheinen meinen persönlichen Vorgehensweisen sehr ähnlich. Nach eineinhalb Stunden Gespräch und Präsentation meinerseits musste wir das Gespräch aufgrund von Zeitmangel auf Seiten der Architektin leider unterbrechen, nun warte ich auf einen neuen Termin für Anfang nächster Woche, dann möchte Sie mir Ihre Arbeiten und das Büro vorstellen und auch bereits einen Vorschlag unterbreiten, wie unsere Zusammenarbeit aussehen könnte.
Zwei weitere Architekturbüros haben interesse an einem Treffen bekundet, ich warte bei diesen beiden aber nun auch noch auf konkrete Termine an denen ich bei Ihnen vorstellig werden kann um meinen CV zu prösentieren.
Ich bin aber guter Hoffnung, dass eines dieser drei Büros zumindest eine Halbtagsposition für mich haben wird!
Beschäftigungstherapie
Die Arbeitssuche hat leider noch immer keine Früchte getragen, auch wenn ich nun schon ein Vorstellungsgespräch hatte, aber leider antwortete auch auf die letzte Serie von Bewerbungsschreiben nicht ein Studio. Nicht einmal eine Absage habe ich bekommen.
Nun um nicht gänzlich aus der Übung zu kommen und um weiter in Schwung zu bleiben habe ich vor einigen Wochen beschlossen an einem Architekturwettbewerb teilzunehmen. Nach ein wenig Suchen fand ich dann einen äußerst interessanten. Neben dem Neubau der Europäischen Zentralbank soll an der Frankfurter Großmarkthalle eine Erinnerungsstätte für die von hier deportierten Juden entstehen.
Nun ja, ich habe bereits gute Ideen, sowohl für den inneren als auch den freiräumlichen Bereich, mehr kann und darf ich hier aber nicht erzählen. Der Wettbewerb ist annonym und das soll auch so bleiben!
Abgabe ist dann Mitte Juni, also ist noch gut Zeit, aber dieses Mal will ich ohne Stress die Abgabe schaffen, ob das mal was wird…
11 Tage Winter
Das Wetter ist nun dauerhaft angenehm. Bei frischen Morgentemperaturen läßt sich die Wohnung herrlich lüften, über den Tag werden es dann so knapp 27° und damit immernoch sehr gut auszuhalten.
Gestern habe ich einen Tag in der Bibliothek der PUC hier in Porto Alegre verbracht. Dabei suchte ich nach Inspirationen bezüglich des Architekturwettbewerbes, an dem ich gerade teilnehme. Dort ist es dann inzwischen auch dank Klimaanlage so kalt, dass man sich neben der langen Hose auch schon gerne einen dünnen Pullover anziehen kann. Die Brasilianer sieht man sogar schon in Lederacken und Wollpullovern. Gestern sah ich auch schon den ersten Schal. Tja, da scheint man als Deutscher doch etwas winterhärter zu sein.
Ein Professor der Universität, er selber hat drei Jahre in Frankreich studiert, sagte mir dann am Abend, dass hier in Porto Alegre so circa elf Tage Winter sei. Und diese nicht einmal am Stück!
Ich denke, dass sagt doch alles!
Legal in Brasilien
Schon seit lägerem habe ich meinen CPF (das ist soetwas wie die bekanntere Sozialversicherungsnummer in den Vereinigten Staaten). Ohne diese tolle Nummer kann man hier in Brasilien fast nichts erledigen. Kein Telefon, kein Handy, selbst die Webseiten zur Arbeitssuche wollen immer, dass man einen CPF angibt.
So warte ich nun auf das RNE (Eintragung in das Nationalregister für Ausländer), welches mein Equivalent zum Personalausweis sein wird. Als brasilianischer Staatsbürger könnte ich einen solchen beantragen, die Staatsbürgerschaft ist aber so kompliziert zu beantragen, dass ich fürs erste davon absehe. Leider kann ich so nicht wählen, dass wäre aber neben der meist kürzeren Schlange am Flughafen, die einzige Veränderung.
Die Polizisten der Bundespolizei, die schon im Januar meinen Status des mit einer brasilianischen Staatsbürgerin verheiratetem legalen Einwanderer überpprüft haben waren überrascht, dass meine Überprüfung bereits einen Monat nach Antragstellung erfolgte, normal sei es nach circa einem Jahr. Nun hoffe ich, dass auch die restlichen Schritte, zur Zeit sollten meine Antragspapiere gerade in Brasilia bearbeitet werden, schnell oder schneller als normal von Statten gehen.
Wir werden sehen, der nächste Schritt ist eine Veröffentlichung des Prozesses in einem öffentlichen Datenblatt. Das sollte Ende April oder Anfang Mai geschehen. Ich traue den genannten Zeitangaben aber immer nicht so wirklich. Daher werde ich einfach Geduld mitbringen und mich um so mehr freuen, wenn es endlich weiter in Richtung endgültiger Aufenthaltsgenehmigung geht.
Meine vorläufige Genehmigung hat mir die Bundespolizei bereits bis zum Dezember 2009 verlängert, dahingehend bin ich also ersteinmal beruhigt.
Endlich frischer
Hier in Brasilien hat nun auch das Wetter endlich eingesehen, dass es Herbst – wir befinden uns ja schließlich auf der Südhalbkugel – ist. Mit sehr angenehmen Höchsttemperaturen von um die 25 Grad Celsius und für brasilianische Verhältnisse frische 15 Grad am Morgen fühle ich mich nun doch auch etwas wohler. Die Wohnung bleibt nun den ganzen Tag über angenehm kühl und man kann nun sogar in Hose und T-Shirt leben.
In den Abendstunden, wenn die Sonne bereits untergegangen ist – also so ab 18:30 Uhr – kann man dann auch schon mal einen dünnen Pullover benötigen.
Die Brasilianer haben dann auch schon Wollpullover und Lederjacken aus dem Schrank geholt und meine Frau hat sich in den letzen Tagen schon auf die Suche nach einer Übergangsdecke gemacht. Zur Zeit schlafen wir unter einem Bettlaken und das aus Italien mitgebrachte Federbett ist wirklich noch zu warm.
Frische Grüße aus Porto Alegre
Lange nichts geschrieben
So, nach langer Zeit komme ich mal wieder dazu hier etwas zu schreiben. Internet ist nun schon lange hier in der Wohnung doch noch fehlt einiges um die Wohnung fertig aussehen zu lassen. Heute Abend wird ein Teppich geliefert, dann sieht das Wohnzimmer schon mal etwas wohnlicher und behaglicher aus.
Ich habe mich eden letzten Monat über der Jobsuche gewidmet. Leider bis heute ohne Erfolg. In dem von mir bevorzugtem Büro hatte ich ein Vorstellungsgespräch, welches auch gut gelaufen ist, leider sucht dieses Büro aber zur Zeit keinen Architekten. Die drei Gründer erklärten mir aber, dass in Zukunft der Bereich der Architektur, das Büro arbeitet auch in der Architekturvisualisierung, asgebaut werden soll. Ich sei der vielverspechenste Kandidat. Also gilt es abzuwarten, sich immer in Kontakt zu halten und zu hoffen, dass grosse Projekte geplant werden, so dass meine Mitarbeit benötigt wird. Ich sehe es positiv und widme mich weiter dem Studium der portugiesischen Sprache. Weiterhin nehme ich zur Zeit am Wettbewerb „Erinnerungsstätte an der Grossmarkthalle“ in Frankfurt am Main teil. Außerdem ist noch immer keine vollständige Webpräsentation online, also wird auch weiterhin noch an www.o2ar.com gearbeitet.
Ich werde mich nun wieder dem Wettbewerb widmen. Bis zum nächsten Mal!
Positive Überraschung
Bis heute bin ich von der digitalen weiten Welt abgeschnitten. Zumindest bei mir zu Hause. Deshalb schreibe ich auch bisher immer aus der Bibliothek der PUC Rio Grande do Sul hier in Porto Alegre.
Gestern haben meine Frau und ich uns dann für einen Betreiber entschieden. Hier gab es ein wirklich lohnenswertes Packet aus digitalem Fernsehen, mit Deutscher Welle TV, Telefon und Internet. Das Angebot gilt noch bis zum Jahresende und an die Zeiten der Deutschen und Italienischen Telekoms gewöhnt dachte ich selbstredend, dass der Anschluss dann also irgendwann im Januar stattfinden würde. Heute hat meine Frau telefonisch den Anschluss bestellt und bekam einen Installationstermin für diesen Donnerstag. Das sind 2 (in Worten Zwei) Tage!
Also Telekoms aus Europa, nehmt Euch die Brasilianer zum Beispiel: Bestellen heisst halt manchmal auch wirklich bekommen!
Knopf im Ohr – Radio
Auch das Radio ist hier in Brasilien etwas anders. Und es ist nicht einmal wirklich die Musik. Für mich ist es noch immer schwierig die Werbung vom normalen Sprecher zu unterscheiden.
Ich höre zur Zeit meist Jovem Pan FM, nicht weil mir die Musik am besten gefällt, nein, weil mein brasilianischer Schwager dort arbeitet. Er ist Verantwortlicher für die regionalen Zeiten des Senders hier in Porto Alegre und für einen seiner Gingles durfte auch ich etwas aufnehmen. Ich spreche einen Teil in englisch und italienisch. Er hat danach die Stimme des englischen „DJs“ so verändert, dass es zwei verschiedene Personen zu sein scheinen. Leider hatte ich noch nicht das Glück mich selber im Radio zu hören. Angeblich spielt der Gingle früh morgens und am späten Abend. Mal hören!
Mein Mobiltelefon
Ich habe zwar noch keinen CPF, aber meine Frau und ich wollten dann doch nicht noch länger auf den Luxus der mobilen Kommunikation verzichten. Besonders meine Frau war um meine Sicherheit und darum besorgt, dass ich eines Tages ihre Hilfe brauchen würde und sie nicht erreichen könnte.
Also machten wir uns auf und haben meine erste brasilianische SIM-Karte erstanden. War eigentlich einfacher als ich gedacht hätte. Nun gut die Karte ist zur Zeit im Namen meiner Frau, erst wenn ich dann endlich meinen CPF erhalten habe kann ich den Vertrag auf mich umschreiben lassen. Aber neben den oben genannten Vorzügen gab es dann auch gleich noch ein Mobiltelefon für einen Real dazu. Dieses kleine süsse Gerät hat ein integriertes Radio, welches mich auch in diesem Moment mit Radio beschallt. Darüber hinaus gab es auch noch ein Churrasco-Set mit Messern und Messerschärfer hinzu. Nächste Woche werde ich dann vielleicht auch endlich wieder ein Churrasco im Strandhaus der Eltern meiner Frau machen können. Ich freue mich!
Einkaufen
Einkaufen in Brasilien ist schon etwas ziemlich anderes als ich es aus Deutschland oder Italien gewohnt war. Das liegt nicht nur daran, dass die Supermärkte oftmals Teil eines Einkaufszentrums sind, sondern auch daran wie diese aufgebaut sind und funktionieren.
Supermärkte in Brasilien verdienen ihren Namensteil „Super“ in vieler Hinsicht, nicht nur, dass sie viel viel grösser sind als der durchschnittliche Quartiersmarkt in Europa, nein, sie bieten auch eine Vielzahl von Dingen die es in Europa nicht gibt. Klar gibt es Früchte und Gemüse, dass in Europa nicht existiert. Mich beeindruckt aber immer wieder, dass es hier in den Supermärkten einfach alles gibt: vom Gasschlauch für den Herd bis zur Heftklammer, von Mangos bis hin zu riesigen Stücken Fleisch für Churrasco (brasilianisches Barbecue).
Die beiden grössten Unterschiede für mich finden sich allerdings erst an der Kasse. Einerseits ist es der Fakt, dass man hier in Brasilien wie eigentlich alles auch seinen täglichen Einkauf in Raten bezahlen kann, andererseits ist es der freundliche junge Mitarbeiter, der einem die (aus umweltpolitischer Sicht fälschlicher Weise kostenlosen) Plastiktüten mit dem Gekauften füllt und wieder in den Einkaufswagen stellt.